﻿WEBVTT

00:00:12.689 --> 00:00:14.496
Queering Human Neuroscience 

00:00:14.533 --> 00:00:24.701
- darunter verstehe ich ähm mhhh die Verkomplizierung von einer so verstandenen

00:00:24.702 --> 00:00:30.507
so verstandenen dichotomen äh Geschlechtlichkeit in den Neurowissenschaften. 

00:00:30.645 --> 00:00:35.811
Also mich würde unter dieser Perspektive ähm alles interessieren, 

00:00:35.811 --> 00:00:37.499
was eben nicht eindeutig ist.

00:00:37.500 --> 00:00:40.488
Mich würden atypische Muster versus typische Muster interessieren.

00:00:40.513 --> 00:00:43.919
Normalerweise zeigt man typische Muster von Frauen, typische Muster von Männern.

00:00:43.919 --> 00:00:45.494
Mich interessieren die typischen nicht mehr.

00:00:45.519 --> 00:00:46.576
Ich finde, wir wissen genug über sie.

00:00:46.576 --> 00:00:49.562
Mich interessieren die atypischen, auch wenn sie in der Minderheit sind.

00:00:49.562 --> 00:00:54.325
Das wäre eine ähm eine Auslegung von Queer Biology.

00:00:54.325 --> 00:00:58.812
Mich würden Untersuchungen interessieren, die mit Menschen gemacht worden sind,

00:00:58.812 --> 00:01:03.864
die sich geschlechtlich nicht an dieser Norm oder durch diese Norm einteilen,

00:01:03.864 --> 00:01:06.812
sondern andere Arten von Geschlechtlichkeiten haben,

00:01:06.812 --> 00:01:08.464
dass wir die auch gruppieren und sagen:

00:01:08.464 --> 00:01:15.977
„Diese Gruppe von diesen Menschen hat eben diese oder jene Aktivität im Gehirn oder Struktur im Gehirn."

00:01:16.190 --> 00:01:21.056
Und das ist eben auch also gehört auch dazu.

00:01:21.081 --> 00:01:27.045
Und um auch diese Diversität, oder Variabilität,
wir nennen es eher Variabilität in der Neurowissenschaft abzubilden,

00:01:27.045 --> 00:01:30.562
die sonst immer irgendwie unter den Tisch fällt.

00:01:30.587 --> 00:01:36.096
Queer Biology ist auch eine oder Queer Neuroscience ist auch eine Neuroscience,

00:01:36.096 --> 00:01:40.184
die auf ähm Kritik und auf Metareflexion aus ist,

00:01:40.184 --> 00:01:42.812
also die publiziert nicht nur empirisch,

00:01:42.812 --> 00:01:54.728
sondern die publiziert auch über, also die ähm fokussiert
auf die Neurowissenschaft von außen her und publiziert dazu.

00:01:54.728 --> 00:01:59.312
Es würde für mich auch in Queering Neuroscience äh fallen,

00:01:59.312 --> 00:02:00.995
dass wir diese Metareflexion einbeziehen –

00:02:00.995 --> 00:02:06.957
und das ist schon auch Teil meiner Forschung, eben die Kritik bzw. die Metareflexion

00:02:07.157 --> 00:02:13.061
darüber, was denn von anderen durch andere gemacht wird,

00:02:13.061 --> 00:02:18.812
wenn sie Geschlecht, Gender, Geschlechtlichkeit et cetera untersuchen.

00:02:19.312 --> 00:02:23.311
Und bei diesem bestimmten Beispiel ging es mir darum zu sagen,

00:02:23.311 --> 00:02:24.405
dass ich der Meinung bin,

00:02:25.135 --> 00:02:28.312
was wir in den Gender Studies schon wissen - schon länger –

00:02:28.337 --> 00:02:32.529
dass es ja nie nur auch um - schon lange wissen - Geschlecht geht,

00:02:32.529 --> 00:02:36.850
sondern Geschlecht und Geschlechtlichkeit mit auch anderen Kategorien verwoben ist

00:02:36.851 --> 00:02:40.451
und wir das nicht immer auch auseinander nehmen können

00:02:40.451 --> 00:02:44.575
bzw. es da Interaktionen gibt.

00:02:44.576 --> 00:02:46.857
Und da hatte ich diese Studie herausgepickt,

00:02:46.882 --> 00:02:54.812
weil es hier um die Interaktion sozusagen oder Intersectionality geht gender, race

00:02:54.837 --> 00:02:57.437
und man hier gezeigt hatte ähm

00:02:58.562 --> 00:03:05.312
der Gruppe, die sich als Black beispielsweise selber definiert hat,

00:03:05.312 --> 00:03:11.062
denen wird bei diesen sexuellen Stimuli auch Material präsentiert.

00:03:11.062 --> 00:03:18.312
Und das Material, also die Bilder dann von erotischen Personen in erotischen Posen

00:03:18.312 --> 00:03:22.062
und dann auch praktisch kategorisiert wurde in Black

00:03:22.062 --> 00:03:27.562
- bzw. hier sehen wir es - Black, African American, Latino oder White Caucasian.

00:03:27.594 --> 00:03:31.312
Da wurde auch irgendwie differenziert zwischen den Gruppen,

00:03:31.312 --> 00:03:34.274
und das sind Verschachtelungen und Kategorien sind,

00:03:34.299 --> 00:03:37.065
die wir irgendwie wollen, weil wir wollen ja zeigen,

00:03:37.065 --> 00:03:43.562
dass wie Geschlecht und Geschlechtlichkeit, eben intersektionell sozusagen
unterwegs ist - auch in solchen Studien

00:03:43.562 --> 00:03:46.062
und auf der anderen Seite ist es natürlich wahnsinnig schwierig,

00:03:46.093 --> 00:03:47.427
ja was machen wir da?

00:03:47.427 --> 00:03:51.062
Also, wenn wir Leute, participants, also Teilnehmende, unterteilen

00:03:51.062 --> 00:03:54.812
in Black, Black Amercan, Latino, White caucasian et cetera

00:03:54.951 --> 00:03:57.812
und sie auch noch in ihrem Bildmaterial,

00:03:57.812 --> 00:04:02.932
von dem sie praktisch erotisch angezogen fühlen,

00:04:02.932 --> 00:04:06.562
weil wir wollen genau diese (erotische) Aktivität im Gehirn erzeugen,

00:04:06.562 --> 00:04:09.601
dann auch noch in diese Kategorien einteilen.

00:04:09.601 --> 00:04:13.061
Also da finde ich, da sind wir da noch gar nicht fertig mit:

00:04:13.061 --> 00:04:16.312
'Ja, wie könnten wir es denn so machen, dass es denn irgendwie Sinn macht,

00:04:17.067 --> 00:04:22.945
ohne dass wir eben wieder ja in diesem Zwang der Kategorisierungen landen?'. 

00:04:22.970 --> 00:04:26.062
Das zum einen wollte ich anhand dieser Studie zeigen,

00:04:26.062 --> 00:04:29.311
eben die auch Teil meiner Arbeit ist, das Ganze zu reflektieren,

00:04:29.311 --> 00:04:32.677
was denn so passiert, was meine Kolleg*innen so publizieren.

00:04:32.677 --> 00:04:37.433
Und ein anderer Aspekt war, den ich jetzt ganz klar kritisiere an dieser Studie ist,

00:04:37.433 --> 00:04:39.312
wenn wir schon diese Kategorien machen

00:04:39.312 --> 00:04:41.811
und so machen, wie wir sie in dieser Studie auch präsentieren,

00:04:41.836 --> 00:04:45.061
interessant ist, was wird denn dann visualisiert?

00:04:45.086 --> 00:04:48.812
Was wird präsentiert in dieser Publikation einfach als Geschichte?

00:04:48.812 --> 00:04:53.005
Denn jede Publikation ist auch eine Geschichte, eine Story, eine Dramaturgie.

00:04:53.200 --> 00:04:54.300
Interessant ist,

00:04:54.300 --> 00:04:58.462
was präsentiert wird, is the White - also the “white man” hier.

00:04:58.468 --> 00:05:04.811
Also das white erotische Stimuli und das praktisch Anti-Stimuli,

00:05:04.811 --> 00:05:07.908
weil es wird, da wurde in dieser – gehörte auch zu dieser Studie,

00:05:07.908 --> 00:05:10.312
dass man etwas präsentiert, was besonders stimuliert

00:05:10.312 --> 00:05:12.312
und etwas, das besonders nicht stimuliert.

00:05:12.337 --> 00:05:14.645
Und in beiden Fällen geht es eben drum,

00:05:14.670 --> 00:05:17.561
um das, was präsentiert wird, und was repräsentiert ist,

00:05:17.561 --> 00:05:20.094
ist “the White, the normal”, whatever.